Ein faszinierender Moment ist es, wenn die Sonne hervorspitzt. Das Angebot der Morgenwanderung auf den Pröller wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Trotz der frühen Zeit ist jedes Jahr eine größere Schar Frühaufsteher aus der näheren und weiteren Umgebung vor Ort. - Fotos: Doris Metzger
Einmal im Jahr gibt es eine Wanderung zum Sonnenaufgang auf den Pröller …
… in diesem Jahr am 9. September. Die Leitung hat Doris Metzger. Im Interview spricht sie darüber, was die Teilnehmenden erwartet.
Den Sonnenaufgang nach einer Wanderung auf einem Berggipfel erleben und dazu einen geistlichen Morgenimpuls hören – dieses Angebot gibt es in Sankt Englmar am Mittwoch, 9. September. Es richtet sich an Urlauber wie Einheimische, die Organisation und Leitung hat Doris Metzger, die sich vielfältig ehrenamtlich in der evangelischen Kirchengemeinde Bogen und hauptsächlich in der dazu gehörenden evangelischen Heilig-Geist-Kirche in Mitterfels engagiert. Diese besondere Morgenwanderung, die einmal jährlich angeboten wird, führt auf den Pröller.
„Der Sonnenaufgang ist wohl meine Lieblings-Veranstaltung“, sagt Doris Metzger, die die Wanderung organisiert und auf dem Gipfel meditative Texte liest (Bild links). Der Morgenimpuls steht heuer unter dem Thema „Pilgern – Miteinander unterwegs sein“. – Die Wanderung findet nur bei gutem Wetter statt.
Frau Metzger, was sieht oder hört man auf einer Wanderung im Morgengrauen, das man auf einer Wanderung bei Tag nicht erlebt?
Doris Metzger: Es ist schon etwas besonders, wenn man sich in aller Frühe mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen Aufstieg auf den Gipfel trifft. Man geht im Dunklen los, allmählich dämmert es, und bei der Ankunft auf dem Berg wird es langsam hell. Es dauert dann nicht lange, und die Sonne lässt sich in ihrer ganzen Pracht sehen.
Was macht den Sonnenaufgang auf einem Berg so besonders?
Metzger: Wie gerade gesagt kommt man vom Dunklen ins Helle; während des Aufstiegs durch den Wald schimmert der Morgentau auf dem Waldboden, auf Farn und Moos und Spinnennetzen, es entsteht eine mystische Atmosphäre. Und dann der Sonnenaufgang über dem Bayerischen und Böhmerwald mit seinem besonderen Licht. Zuerst ein kleiner, gelb-oranger Punkt, und in kurzer Zeit zeigt sich die Sonne in ihrer ganzen Größe und Schönheit und taucht die Landschaft auf dem Berggipfel in ein besonderes Licht. Alles wird in diesem Moment ganz still in der unberührten Natur auf dem Gipfel. Man fühlt sich frei und grenzenlos, der Horizont ist weit.
Zum Sonnenaufgang gibt es dann den geistlichen Morgenimpuls?
Metzger: Da es ja ein kirchliches Angebot ist, wurde diese Wanderung von Anfang an mit einem kurzen Morgenimpuls verbunden, er dauert etwa 20 Minuten. Meditative Texte, Lieder und Gebete, passend zu Gottes schöner Schöpfung, wechseln hier einander ab. Diese Kurzandacht wird von mir vorbereitet, ich wähle hierfür jeweils ein bestimmtes Thema, zum Beispiel „Dem Himmel ganz nah“, „Leuchttürme der Hoffnung“ oder „Fundsachen“ aus. Für dieses Jahr habe ich das Thema „Pilgern – Miteinander unterwegs sein“ genommen.
Seit wann gibt es das Angebot dieser ganz besonderen Wanderung schon und wer hatte die Idee dazu?
Metzger: Die erste Morgenwanderung mit Sonnenaufgang wurde 2011 im Rahmen der Urlauberseelsorge der Kirchengemeinde Bogen auf Initiative des damaligen Bogener Pfarrers Georg Hartlehnert angeboten und in den Folgejahren fortgesetzt. Nachdem Pfarrer Hartlehnert in die Oberpfalz gewechselt hatte, habe ich 2014 die Organisation und Gestaltung übernommen, in diesem Jahr also seit nunmehr zwölf Jahren.
Gehen Sie öfter zum Sonnenaufgang wandern? Und warum fiel die Wahl auf den Pröller?
Metzger: Ich habe auch schon, zum Beispiel für den Bayerischen Wald-Verein Mitterfels, Frühspaziergänge zu Sonnenaufgängen organisiert, diese dann allerdings zu besonders hierfür geeigneten Plätzen rund um Mitterfels. Dass wir mit der Kirche immer auf den Pröllergipfel gehen, hat zum einen damit zu tun, dass vor allem auch die Urlauber in der Umgebung von Sankt Englmar angesprochen werden sollen und zum anderen damit, dass man vom Pröller einen besonders schönen Blick auf die Berge des Bayerischen und Böhmerwaldes hat und der Aufgang der Sonne hier besonders eindrucksvoll ist.
Für wen eignet sich die Tour? Braucht man Kondition?
Metzger: Der Aufstieg erfolgt über den offiziellen Wanderweg und ist eigentlich für jedermann, der noch gut zu Fuß ist, begehbar. Da es im oberen Teil etwas steinig wird, ist festes Schuhwerk empfehlenswert, auch eine kleine Lampe für den Anfang. Die Strecke ist etwa drei Kilometer lang und überwindet etwa 200 Höhenmeter, wir laufen gemütlich und benötigen ungefähr eine Stunde.
Interview: Andrea Prechtl
Info: Die Morgenwanderung findet am Mittwoch, 9. September, statt. Treffpunkt ist um 5.30 Uhr am Wanderparkplatz an der Staatsstraße nach Viechtach. Weitere Informationen bei Doris Metzger, unter Telefon 09961/910350. Bei schlechtem Wetter entfällt die Wanderung.
Interview: Andrea Prechtl/BOG Zeitung vom 2. September 2026 (Gen. der Lokalredaktion)

